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Glossar
Über 100 Fachbegriffe rund um Hanfbaustoffe, Naturdämmung, Wärme-, Feuchte-, Schall- und Brandschutz sowie ökologisches Bauen — verständlich erklärt.
Die Definitionen dienen der Orientierung. Produktwerte, Zulassungen und Ausführungsregeln sind vor Planung und Einbau anhand der aktuellen Originalunterlagen zu prüfen; Angaben zu Brand-, Schall-, Feuchte- oder Wärmeschutz gelten nur für den jeweils nachgewiesenen Aufbau.
Kein Begriff gefunden.
A
A1 bis A3
A1 bis A3 bezeichnen in einer Umweltproduktdeklaration die Lebenszyklusmodule Rohstoffbereitstellung, Transport zum Hersteller und Herstellung. Sie werden häufig als „Herstellungsphase“ zusammengefasst. Eine günstige Bilanz in A1-A3 ist noch keine vollständige Bewertung des gesamten Lebenszyklus.
aBG - allgemeine Bauartgenehmigung
Die allgemeine Bauartgenehmigung bewertet eine Bauart, also das Zusammenfügen von Bauprodukten zu einer baulichen Anlage. Sie ist von der produktbezogenen abZ zu unterscheiden. Bei Wand-, Decken- oder Brandschutzsystemen können beide Dokumentarten gemeinsam relevant sein.
AbZ - allgemeine bauaufsichtliche Zulassung
Eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung ist ein nationaler Verwendbarkeitsnachweis für Bauprodukte, für die es keine oder keine vollständige harmonisierte technische Regel gibt. Entscheidend sind der genaue Zulassungsgegenstand, die Produktidentität und der Geltungsbereich. Eine abZ darf nicht ungeprüft auf ähnliche Produkte übertragen werden.
Achsabstand
Der Achsabstand ist der Abstand von Mitte zu Mitte zweier Ständer, Sparren, Balken oder anderer Bauteile. Bei Dämmmatten beeinflusst er das Zuschnittmaß; bei Bauplatten bestimmt er die notwendige Unterstützung und Befestigung. Herstellerangaben zum maximalen Achsabstand müssen eingehalten werden.
AgBB-Schema
Das AgBB-Schema ist ein deutsches Bewertungsschema für Emissionen flüchtiger organischer Verbindungen aus Bauprodukten in Innenräumen. Es betrachtet unter anderem VOC und SVOC. Ein bestandener Emissionstest sagt nichts über Statik, Feuchte- oder Brandschutz aus.
Akustikpaneel
Ein Akustikpaneel ist ein schallabsorbierendes Bauelement zur Verringerung von Reflexionen und Nachhall. Hanf-Akustikpaneele verbinden eine offenporige Oberfläche mit nachwachsenden Rohstoffen. Die Wirkung hängt von Fläche, Dicke, Frequenz, Montageabstand und Hinterlegung ab.
Alkalität
Alkalität beschreibt einen hohen pH-Wert. Kalkgebundene Baustoffe sind meist alkalisch und können dadurch das Wachstum bestimmter Mikroorganismen hemmen. Diese Eigenschaft ersetzt jedoch weder Feuchteschutz noch eine fachgerechte Schimmelsanierung.
Armierungsgewebe
Armierungsgewebe wird in eine Putz- oder Spachtelschicht eingebettet, um Spannungen zu verteilen und Rissbildung zu begrenzen. Material, Maschenweite, Überlappung und Lage im Putzsystem müssen zusammenpassen. Bei Naturbaustoffen kommen Glasfaser-, Jute- oder andere systemgeeignete Gewebe infrage.
Ausgleichsschüttung
Eine Ausgleichsschüttung gleicht Unebenheiten oder Höhenunterschiede in Böden und Decken aus. Hemplith® Fill ist ein Beispiel für eine hanfbasierte Ausgleichs- und Schüttdämmung. Setzung, Einbaudichte, Schichtdicke und lastverteilende Abdeckung sind für die Funktion entscheidend.
Außendämmung
Bei einer Außendämmung liegt die Dämmschicht außerhalb der tragenden Wand. Dadurch lassen sich Wärmebrücken häufig gut reduzieren und die Bestandswand bleibt auf der warmen Seite. Witterungsschutz, Sockel, Fensteranschlüsse, Befestigung und Systemzulassung müssen detailliert geplant werden.
B
Baufeuchte
Baufeuchte gelangt durch Beton, Estrich, Mörtel, Putz, Regen oder nasse Baustoffe in ein Gebäude. Auch diffusionsoffene Konstruktionen können geschädigt werden, wenn zu viel Feuchte eingeschlossen wird. Vor dem Schließen von Bauteilen sollte die ausreichende Austrocknung geprüft werden.
Bauphysik
Bauphysik untersucht Wärme, Feuchte, Schall, Licht und Brandverhalten von Gebäuden. Bei Hanfbaustoffen ist vor allem das Zusammenspiel aller Schichten wichtig. Ein diffusionsoffener Dämmstoff macht einen ungeeigneten Gesamtaufbau nicht automatisch sicher.
Bauplatte aus Hanf
Eine Bauplatte aus Hanf besteht meist aus Hanfschäben oder Hanffasern und einem Bindemittel. Je nach Rezeptur eignet sie sich als Trockenbauplatte, Putzträger, Akustikplatte, Dämmplatte oder Feuchtraumplatte. Dichte, Festigkeit, Brandklasse und Einsatzbereich unterscheiden sich je Produkt.
Baustoffklasse
Die Baustoffklasse beschreibt das Brandverhalten eines Bauprodukts. In Europa erfolgt die Klassifizierung üblicherweise nach EN 13501-1, zum Beispiel B-s1,d0 oder C-s2,d0. Sie darf nicht mit dem Feuerwiderstand eines vollständigen Bauteils verwechselt werden.
Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit
Der Bemessungswert ist der für die bauphysikalische Berechnung anzusetzende Wärmeleitfähigkeitswert unter definierten Bedingungen. Er kann vom deklarierten Wert λD abweichen. Welcher Wert gilt, hängt vom Produktnachweis und dem jeweiligen Rechtsraum ab.
Bindemittel
Ein Bindemittel verbindet lose Pflanzenbestandteile zu einem festen Baustoff. Bei Hanfprodukten kommen je nach Anwendung Kalk, Ton, andere mineralische Bindemittel oder polymere Stütz- und Bindefasern zum Einsatz. Das Bindemittel beeinflusst Festigkeit, Feuchteverhalten, Brandklasse und Recyclingweg.
Biobasiertes Bauprodukt
Ein biobasiertes Bauprodukt enthält Rohstoffe aus Biomasse, etwa Hanf, Holz, Stroh oder Flachs. „Biobasiert“ bedeutet nicht automatisch vollständig natürlich, schadstofffrei, klimaneutral oder kompostierbar. Für eine Bewertung sind Anteil, Herkunft, Zusätze und Lebenszyklus zu betrachten.
Biogener Kohlenstoff
Biogener Kohlenstoff stammt aus biologischem Material. Pflanzen nehmen beim Wachstum Kohlendioxid auf und speichern den Kohlenstoff zeitweise in ihrer Biomasse. Wie diese Speicherung in einer Ökobilanz angerechnet wird, hängt von Bilanzregeln, Lebensdauer und End-of-Life-Szenario ab.
Brandschutz
Brandschutz umfasst vorbeugende Maßnahmen gegen Brandentstehung, Brandausbreitung und Gefährdung von Menschen. Produkt-Brandklasse, Feuerwiderstand des Bauteils, Anschlüsse, Abschottungen und Fluchtwege sind getrennt zu betrachten. Naturbaustoffe benötigen ebenso belastbare Nachweise wie konventionelle Baustoffe.
Brandschutzplatte
Eine Brandschutzplatte ist für brandschutztechnische Anwendungen vorgesehen. Ob sie einen bestimmten Feuerwiderstand ermöglicht, ergibt sich nur aus dem geprüften Systemaufbau. Die Brandklasse der einzelnen Platte reicht dafür nicht aus.
C
CE-Kennzeichnung
Die CE-Kennzeichnung zeigt, dass ein Bauprodukt nach einer harmonisierten Norm oder ETA bewertet und seine Leistung erklärt wurde. Sie ist kein allgemeines Qualitätssiegel und keine Garantie für die Eignung in jedem Projekt. Maßgeblich sind die erklärten Leistungen und der vorgesehene Verwendungszweck.
CO₂-Bilanz
Die CO₂-Bilanz erfasst Treibhausgasemissionen und gegebenenfalls gespeicherten biogenen Kohlenstoff innerhalb festgelegter Systemgrenzen. Aussagen wie „CO₂-negativer Baustoff“ benötigen eine nachvollziehbare, produktspezifische Berechnung. Transport, Nutzungsdauer und Entsorgung können das Ergebnis verändern.
Cradle to Cradle
Cradle to Cradle beschreibt ein Konzept für geschlossene technische oder biologische Kreisläufe. Der Begriff sollte nicht mit einfacher Recyclingfähigkeit gleichgesetzt werden. Eine entsprechende Zertifizierung gilt nur für das konkret zertifizierte Produkt und die angegebene Stufe.
D
Dämmfilz
Dämmfilz ist ein flexibler Dämmstoff, der zwischen Sparren, Balken oder Ständern eingeklemmt wird. Hanffilz beziehungsweise Hanfdämmmatten lassen sich mit passendem Übermaß fugenarm einbauen. Zu geringe Breite führt zu Fugen, zu starke Kompression kann die Funktion beeinträchtigen.
Dämmstoff aus Hanf
Hanfdämmstoffe werden aus Fasern oder Schäben des Nutzhanfs hergestellt. Sie sind als flexible Matten, feste Platten oder lose Schüttungen erhältlich. Typische Anwendungen sind Dach, Wand, Decke, Boden und Trockenbau.
Dampfbremse
Eine Dampfbremse begrenzt den Transport von Wasserdampf durch ein Bauteil. Ihr sd-Wert muss zum vollständigen Aufbau und zu den klimatischen Randbedingungen passen. Bei feuchtevariablen Dampfbremsen verändert sich der Diffusionswiderstand abhängig von der Umgebungsfeuchte.
Dampfdiffusion
Dampfdiffusion ist die Bewegung von Wasserdampf aufgrund eines Dampfdruckgefälles durch Baustoffe. Sie ist von Feuchtetransport durch Luftströmung zu unterscheiden. Eine fachgerechte Luftdichtheit ist daher auch bei diffusionsoffenen Konstruktionen unverzichtbar.
DIBt
Das Deutsche Institut für Bautechnik ist eine technische Behörde im deutschen Bauwesen. Es erteilt unter anderem allgemeine bauaufsichtliche Zulassungen und allgemeine Bauartgenehmigungen. Für die Anwendung ist immer die aktuelle Originalfassung des jeweiligen Nachweises entscheidend.
Diffusionsoffen
Diffusionsoffene Baustoffe besitzen einen vergleichsweise geringen Widerstand gegen Wasserdampfdiffusion. Das kann Austrocknung und Feuchtepufferung unterstützen. Diffusionsoffen bedeutet weder luftdurchlässig noch wasserdicht und ist keine Garantie gegen Feuchteschäden.
Druckfestigkeit
Druckfestigkeit beschreibt die Widerstandsfähigkeit eines Baustoffs gegen Druckbelastung. Bei Hanfkalksteinen, Dämmplatten und Schüttungen muss genau geprüft werden, welches Prüfverfahren und welche Einheit verwendet wurden. Ein Dämmstoff ist nicht allein aufgrund einer Druckfestigkeitsangabe tragend.
Druckspannung bei 10 Prozent Stauchung
Dieser Kennwert beschreibt die Spannung, die bei einer definierten Verformung eines Dämmstoffs erreicht wird. Er dient der Beurteilung druckbeanspruchter Dämmungen. Er ist nicht mit der zulässigen Dauerlast eines kompletten Boden- oder Dachaufbaus gleichzusetzen.
Drywall
Drywall ist der englische Begriff für Trockenbau und zugleich Teil der Produktbezeichnung Hemplith® Drywall. Trockenbaukonstruktionen werden ohne massive, wasserreiche Bauweise erstellt, etwa mit Ständerwerk, Dämmung und Plattenbekleidung. Hemplith® Drywall ist für Innenwände und Bekleidungen, nicht jedoch für Nassräume beschrieben.
E
Einbaudichte
Die Einbaudichte beschreibt die Masse eines eingebauten losen Dämmstoffs pro Volumen. Sie beeinflusst Wärmeleitung, Setzung, Schallschutz und Materialbedarf. Bei Schütt- und Einblasdämmungen sollte sie dokumentiert und kontrolliert werden.
Einblasdämmung
Einblasdämmung wird maschinell in geschlossene oder offene Hohlräume eingebracht. Einbaudichte, maximale Gefachhöhe, Setzungsverhalten und Verarbeitungszulassung sind produktbezogen. Eine lose Hanfschüttung ist nicht automatisch als Einblasdämmstoff freigegeben.
EN 13501-1
Die EN 13501-1 ist die europäische Norm zur Klassifizierung des Brandverhaltens von Bauprodukten. Klassen reichen grundsätzlich von A1 bis F und werden teilweise durch Angaben zu Rauchentwicklung und brennendem Abtropfen ergänzt.
End-of-Life
End-of-Life bezeichnet die Phase nach der Nutzung eines Bauprodukts. Rückbau, Wiederverwendung, Recycling, energetische Verwertung und Entsorgung beeinflussen die Umweltbilanz. Beschichtungen und Verbundbauweisen können einen hochwertigen Rückbau erschweren.
Energieeffizienz
Energieeffizienz bedeutet, eine gewünschte Gebäudefunktion mit möglichst geringem Energieeinsatz zu erreichen. Dämmung ist ein wichtiger Baustein, aber auch Luftdichtheit, Wärmebrücken, Haustechnik, Fenster, Verschattung und Nutzerverhalten wirken mit.
EPD - Umweltproduktdeklaration
Eine EPD stellt quantifizierte Umweltinformationen über den Lebenszyklus eines Produkts bereit. Sie basiert auf festgelegten Produktkategorieregeln und wird in der Regel unabhängig verifiziert. Eine EPD ist keine pauschale Aussage, dass ein Produkt „umweltfreundlich“ ist.
ETA - Europäische Technische Bewertung
Eine ETA bewertet die wesentlichen Merkmale eines Bauprodukts auf Grundlage eines Europäischen Bewertungsdokuments. Sie kann die Basis für Leistungserklärung und CE-Kennzeichnung sein. Ihr Geltungsbereich ist exakt einzuhalten.
F
Fachwerkdämmung
Bei einer Fachwerkdämmung müssen historischer Bestand, Schlagregen, Holzfeuchte, Lehm- oder Kalkgefache und Anschlussdetails gemeinsam betrachtet werden. Hanfmatten, Hanfschüttungen oder Hanfkalk können geeignete Komponenten sein. Eine Innendämmung sollte bauphysikalisch geplant werden.
Feuchtegehalt
Der Feuchtegehalt beschreibt die im Material enthaltene Wassermenge. Er beeinflusst Wärmeleitfähigkeit, Gewicht, Dimensionsstabilität und mikrobielles Risiko. Prüfwerte unter definiertem Klima sind nicht automatisch identisch mit Baustellenbedingungen.
Feuchtepufferung
Feuchtepufferung ist die Fähigkeit eines Materials, kurzfristig Wasserdampf aufzunehmen und später wieder abzugeben. Sie kann zu ausgeglicheneren Innenraumbedingungen beitragen. Dauerhafte Feuchte oder Wassereintritt kann sie nicht kompensieren.
Feuchteschutz
Feuchteschutz umfasst Maßnahmen gegen Niederschlag, Bodenfeuchte, Nutzwasser, Kondensat und schädliche Baufeuchte. Dazu gehören Abdichtung, Schlagregenschutz, Luftdichtheit, Trocknungsreserven und geeignete Oberflächen.
Feuchtraumplatte
Eine Feuchtraumplatte ist für erhöhte Luftfeuchte im Innenraum vorgesehen. Hemplith® Aquaboard ist ein Beispiel. In direkt wasserbeanspruchten Bereichen ist zusätzlich eine normgerechte Verbundabdichtung erforderlich.
Feuerwiderstand
Der Feuerwiderstand beschreibt, wie lange ein vollständiges Bauteil bestimmte Anforderungen im Brandfall erfüllt. Beispiele sind EI30, EI60 oder REI90. Der Nachweis gilt nur für den geprüften oder klassifizierten Aufbau.
Flankenschall
Flankenschall wird über angrenzende Bauteile neben dem eigentlichen Trennbauteil übertragen. Gute Dämmwerte einer Wandplatte allein garantieren daher keinen guten Schallschutz im Gebäude. Anschlüsse und Nebenwege müssen mitgeplant werden.
Formaldehyd
Formaldehyd ist eine flüchtige chemische Verbindung, die aus bestimmten Bindemitteln und Produkten emittieren kann. Für Innenraumprodukte sind geprüfte Emissionswerte aussagekräftiger als pauschale Werbeaussagen. Mehrere Hemplith® Platten werden als formaldehydfrei beziehungsweise emissionsgeprüft beschrieben.
Fugenversatz
Fugenversatz bedeutet, dass Platten- oder Steinreihen nicht mit durchlaufenden Kreuzfugen verlegt werden. Der Verband verbessert Stabilität und reduziert Rissrisiken. Mindestversätze sind den Verarbeitungsrichtlinien zu entnehmen.
G
Gefach
Ein Gefach ist der Zwischenraum zwischen Ständern, Sparren oder Balken. Flexible Hanfdämmmatten können dort klemmend eingebaut werden. Das Dämmmaterial muss fugenfrei an Holz, Leitungen und angrenzende Bauteile anschließen.
Gefälledämmung
Gefälledämmung erzeugt eine geneigte Oberfläche, damit Wasser gezielt ablaufen kann. Lose Schüttungen können Höhen ausgleichen, benötigen aber einen nachgewiesenen Aufbau gegen Setzung und Feuchte. Flachdächer erfordern eine besonders sorgfältige Planung.
Glimmverhalten
Glimmen ist eine langsame Verbrennung ohne sichtbare Flamme und kann bei faserigen oder porösen Materialien relevant sein. Die normale Brandklassifizierung bildet nicht jede Glimmgefahr vollständig ab. Produkt- und Systemnachweise sind deshalb sorgfältig zu prüfen.
Graue Energie
Graue Energie bezeichnet den Energieaufwand für Rohstoffgewinnung, Herstellung, Transport, Einbau, Instandhaltung und Entsorgung eines Produkts. Der genaue Umfang hängt von der betrachteten Systemgrenze ab.
H
Hanf
Hanf ist eine schnell wachsende Nutzpflanze. Im Bauwesen werden vor allem Fasern und Schäben genutzt. Der Begriff allein beschreibt noch kein fertiges Bauprodukt, da Aufbereitung, Bindemittel, Dichte und Zusätze die technischen Eigenschaften bestimmen.
Hanfbauplatte
Eine Hanfbauplatte ist eine feste Platte aus Hanffasern oder Hanfschäben mit Bindemittel. Je nach Ausführung dient sie als Innenbekleidung, Putzträger, Dämm-, Feuchtraum- oder Akustikplatte. Vor Auswahl sind Anwendung, Brandklasse und Befestigung zu prüfen.
Hanfbeton
Hanfbeton ist eine verbreitete, aber technisch missverständliche Bezeichnung für Hanfkalk. Das Material besteht aus Hanfschäben, einem meist kalkbasierten Bindemittel und Wasser. Es ist in der Regel ein dämmender Ausfachungs- oder Hüllbaustoff und nicht wie tragender Beton zu behandeln.
Hanfdämmmatte
Eine Hanfdämmmatte ist ein flexibler Dämmstoff aus Hanffasern und Stützfasern. Sie eignet sich besonders für Holzbau, Dach, Wand und Trockenbau. Hemplith® Flex ist eine Hanffaserdämmmatte mit einer deklarierten Wärmeleitfähigkeit von 0,040 W/(m·K).
Hanfdämmplatte
Hanfdämmplatten sind formstabiler und meist dichter als flexible Matten. Sie können je nach Produkt für Fassaden, Wände, Decken oder Dächer vorgesehen sein. Hemplith® Therm ist eine feste Hanffaser-Dämmplatte.
Hanfdämmung
Hanfdämmung bezeichnet Dämmstoffe aus Hanffasern oder Hanfschäben. Sie kann als Matte, Platte, Stopfmaterial oder Schüttung ausgeführt werden. Zu den typischen Vorteilen zählen gute Wärmedämmung, Feuchtepufferung und Schallabsorption; verbindlich sind die produktspezifischen Nachweise.
Hanffaser
Hanffasern stammen aus dem Bastbereich des Hanfstängels. Sie besitzen eine gute Zugfestigkeit und werden für Dämmmatten, feste Dämmplatten und Faserzusätze verwendet. Für formstabile Dämmprodukte werden häufig Stützfasern ergänzt.
Hanffilz
Hanffilz ist ein dünneres, flexibles Faserprodukt. Je nach Ausführung wird er für Fugen, Installationen, Trittschallentkopplung oder als Ergänzung im Holzbau verwendet. Verwendungszweck und Druckbelastbarkeit sind produktbezogen zu prüfen.
Hanfkalk
Hanfkalk ist ein Gemisch aus Hanfschäben, mineralischem Bindemittel und Wasser. Er kann als Stein, Ortmischung, Spritzhanf oder Fertigteil eingesetzt werden. Hanfkalk kombiniert vergleichsweise geringe Rohdichte mit Wärmedämmung, Wärmespeicherung und Feuchtepufferung.
Hanfkalkstein
Ein Hanfkalkstein ist ein werkseitig geformter Block aus Hanfschäben und mineralischem Bindemittel. Er kann für dämmende Außen- und Innenwände, Ausfachungen oder Innendämmung eingesetzt werden. Hemplith® Block ist ein Beispiel; die tragende Struktur muss separat geplant werden.
Hanfschäben
Hanfschäben sind die leichten, holzartigen Teile im Inneren des Hanfstängels. Sie besitzen eine poröse Struktur und werden als Zuschlag für Hanfkalk, Schüttdämmungen, Bauplatten und Akustikprodukte verwendet.
Hempcrete
Hempcrete ist der englische Begriff für Hanfkalk. Trotz der Endung „concrete“ handelt es sich normalerweise nicht um tragenden Beton. Die Lastabtragung erfolgt meist über Holz-, Stahl- oder andere Tragstrukturen.
Hemplith® Aquaboard
Hemplith® Aquaboard ist eine mineralisch gebundene Hanfbauplatte für Innenwände, Decken, Dachflächen und Feuchträume. Das Produkt ist als nichttragende Verkleidungs- und Putzträgerplatte beschrieben. In Nass- und Spritzwasserbereichen bleibt eine geeignete Abdichtung erforderlich.
Hemplith® Block
Hemplith® Block ist ein Hanfkalkstein für Wand-, Dämm- und Ausfachungsanwendungen. Das Produkt verbindet Dämmwirkung und Mauerwerksfunktion, ist aber nicht ohne statischen Nachweis als tragendes Mauerwerk anzusetzen.
Hemplith® Drywall
Hemplith® Drywall ist eine leichte, diffusionsoffene Trockenbauplatte aus Hanfschäben und formaldehydfrei beschriebenem Bindemittel. Sie ist für nichttragende Innenwände, Wand- und Deckenbekleidungen sowie als Kalk- und Lehmputzträger vorgesehen.
Hemplith® Fill
Hemplith® Fill ist eine hanfbasierte Ausgleichs- und Schüttdämmung. Sie wird unter anderem für Böden, Decken, Balkenlagen und Hohlräume beschrieben. Einbaudichte, Setzung, Lastverteilung und Überbauung müssen zum Aufbau passen.
Hemplith® Flex
Hemplith® Flex ist eine flexible Hanffaserdämmmatte für Dach, Wand, Gefache und Trockenbau. Sie wird mit leichtem Übermaß fugenarm eingeklemmt. Das aktuelle Produktmerkblatt und die zugehörige ETA sind bei Planung und Ausschreibung abzugleichen.
Hemplith® Mineralboard
Hemplith® Mineralboard ist eine mineralisch gebundene, diffusionsoffene Hanfplatte. Sie dient als Putzträger, Innenbekleidung, feuchteaktive Innendämm- und Sanierungsplatte. Das Merkblatt sieht insbesondere diffusionsoffene Kalk- und Lehmoberflächen vor.
Hemplith® Therm
Hemplith® Therm ist eine feste Hanffaser-Dämmplatte für Wärme- und Schallschutz. Das Merkblatt beschreibt Anwendungen an Wand, Decke, Dach und Fassade. Außenanwendungen erfordern ein vollständig freigegebenes System.
Hinterlüftete Fassade
Bei einer hinterlüfteten Fassade liegt zwischen Dämmung beziehungsweise Winddichtung und Außenbekleidung ein belüfteter Hohlraum. Er unterstützt das Abführen eingedrungener Feuchte. Brandriegel, Lüftungsquerschnitte, Befestigung und Schlagregenschutz sind systembezogen zu planen.
Holzrahmenbau
Der Holzrahmenbau nutzt tragende Holzständer mit beidseitigen Bekleidungen und Dämmung im Gefach. Hanfdämmmatten passen gut in solche Gefache. Luftdichtung, Winddichtung, Installationsführung und Feuchteschutz bleiben zentrale Planungsaufgaben.
Hygrothermik
Hygrothermik beschreibt das gekoppelte Wärme- und Feuchteverhalten von Bauteilen. Temperatur beeinflusst Feuchte und umgekehrt. Dynamische Simulationen können bei anspruchsvollen Dach-, Fassaden- und Innendämmaufbauten sinnvoll sein.
I
Innendämmung
Bei der Innendämmung wird die Dämmschicht auf der Raumseite einer Außenwand angebracht. Sie verändert Temperatur und Feuchteverlauf der Bestandswand. Schlagregen, Wärmebrücken, Holzbalkenköpfe, Anschlüsse und kapillarer Feuchtetransport müssen sorgfältig geprüft werden.
Innenraumluft
Die Innenraumluft wird durch Lüftung, Feuchte, Nutzung, Möbel, Reinigungsmittel und Bauprodukte beeinflusst. Emissionsarme Baustoffe können zur Vorsorge beitragen. Ein einzelnes Produkt garantiert jedoch keine bestimmte Raumluftqualität.
K
Kalkputz
Kalkputz ist ein mineralischer Putz mit Kalk als Bindemittel. Er ist häufig diffusionsoffen, alkalisch und mit Hanfkalk oder mineralisch gebundenen Hanfplatten kombinierbar. Untergrund, Putzfestigkeit und Schichtaufbau müssen aufeinander abgestimmt sein.
Kapillaraktiv
Kapillaraktive Baustoffe können flüssige Feuchte in ihren Poren transportieren und verteilen. Das kann bei Innendämmsystemen die Rücktrocknung unterstützen. Kapillaraktivität ersetzt keine Abdichtung gegen drückendes oder dauerhaft einwirkendes Wasser.
Klemmfilz
Klemmfilz ist ein elastischer Dämmstoff, der sich zwischen Bauteilen selbst hält. Für einen fugenfreien Einbau wird er etwas breiter als das Gefach zugeschnitten. Hanfdämmmatten können als natürlicher Klemmfilz eingesetzt werden.
Klemmzugabe
Die Klemmzugabe ist das Übermaß einer Dämmmatte gegenüber dem lichten Gefachmaß. Hemplith® Flex wird laut Merkblatt mit etwa 1 cm Übermaß eingebaut. Zu wenig Zugabe erzeugt Fugen; zu viel kann die Matte verformen.
Klimaneutral
Klimaneutral bedeutet, dass verbleibende Treibhausgasemissionen innerhalb einer definierten Bilanz ausgeglichen oder vermieden wurden. Ohne Systemgrenze, Zeitraum, Berechnung und Umgang mit Kompensation ist der Begriff nicht aussagekräftig. Bei Baustoffen sind konkrete EPD-Daten meist transparenter.
Kohlenstoffspeicher
Pflanzliche Baustoffe speichern biogenen Kohlenstoff für die Dauer ihrer Nutzung. Die tatsächliche Klimawirkung hängt unter anderem von Herkunft, Produktionsenergie, Nutzungsdauer und End-of-Life ab. „Kohlenstoffspeicher“ ist daher nicht automatisch gleich „CO₂-negativ“.
Körperschall
Körperschall breitet sich in festen Bauteilen aus. Trittschall ist eine besondere Form davon. Entkopplung, elastische Zwischenlagen und die Vermeidung starrer Schallbrücken sind für den Schutz entscheidend.
Kreislauffähigkeit
Kreislauffähigkeit beschreibt, wie gut ein Produkt nach der Nutzung wiederverwendet, getrennt oder hochwertig verwertet werden kann. Lösbare Befestigungen und sortenreine Schichten sind vorteilhaft. Verklebungen und dichte Beschichtungen können den Rückbau erschweren.
L
Lambda-Wert
Der Lambda-Wert λ beschreibt die Wärmeleitfähigkeit eines Materials in W/(m·K). Je kleiner der Wert, desto geringer ist bei gleicher Dicke der Wärmestrom. Für einen U-Wert werden zusätzlich alle Schichten und Wärmeübergangswiderstände benötigt.
Lastverteilungsschicht
Eine Lastverteilungsschicht verteilt punktuelle und flächige Lasten über einer weichen oder losen Dämmschicht. Beispiele sind Trockenestrichelemente oder geeignete Holzwerkstoffaufbauten. Die Dimensionierung hängt von Nutzung, Spannweite und Untergrund ab.
Lehmfarbe
Lehmfarbe ist eine diffusionsoffene Innenbeschichtung auf Lehmbasis. Sie kann gut zu Lehmputzen und geeigneten Naturbauplatten passen. Abriebfestigkeit, Untergrund und Nutzung sollten vorab geprüft werden.
Lehmputz
Lehmputz nutzt Lehm als Bindemittel und kann Feuchte puffern. Er wird häufig auf Hanf-, Lehm- oder mineralischen Putzträgerplatten eingesetzt. Vor direkter Anwendung sind Haftung, Armierung, Schichtdicke und Trocknung zu klären.
Leistungserklärung - DoP
In der Leistungserklärung deklariert der Hersteller die Leistung eines Bauprodukts zu wesentlichen Merkmalen. Sie ist eng mit CE-Kennzeichnung, harmonisierter Norm oder ETA verbunden. Produktcode und Fassung müssen mit der gelieferten Ware übereinstimmen.
Luftdichtheit
Luftdichtheit verhindert unkontrollierte Luftströmung durch die Gebäudehülle. Sie reduziert Energieverluste und schützt Bauteile vor konvektiv eingetragener Feuchte. Anschlüsse und Durchdringungen sind meist kritischer als die Fläche selbst.
Luftschall
Luftschall entsteht und breitet sich zunächst in Luft aus, etwa Sprache oder Musik. Bauteile werden angeregt und übertragen den Schall in benachbarte Räume. Mehrschalige Konstruktionen profitieren von Masse, Entkopplung und absorbierender Hohlraumdämmung.
M
Materialfeuchte
Materialfeuchte bezeichnet das im Baustoff vorhandene Wasser. Zu hohe Feuchte kann Wärmeleitung, Festigkeit, Maßhaltigkeit und mikrobielles Verhalten verändern. Vor dem Einbau sensibler Schichten sollte die Feuchte geprüft werden.
Mineralboard
Mineralboard ist im Hemplith® Sortiment eine mineralisch gebundene Hanfbauplatte. Sie wird als Putzträger, Trockenbau-, Innendämm- und Sanierungsplatte eingesetzt. Der Begriff ist keine allgemeine Normbezeichnung und sollte mit der vollständigen Produktbezeichnung verwendet werden.
Mineralisches Bindemittel
Mineralische Bindemittel härten durch chemische oder physikalische Prozesse aus. Dazu zählen beispielsweise Kalk, Ton in bestimmten Anwendungen und zementartige Systeme. Zementfrei bedeutet nicht automatisch rein pflanzlich oder kompostierbar.
μ-Wert - Wasserdampfdiffusionswiderstandszahl
Der μ-Wert gibt an, wie viel stärker ein Baustoff Wasserdampfdiffusion bremst als eine gleich dicke Luftschicht. Aus μ und Materialdicke lässt sich näherungsweise der sd-Wert berechnen. Kleine μ-Werte stehen für einen geringen Diffusionswiderstand.
N
Nachhallzeit
Die Nachhallzeit beschreibt, wie lange ein Schallereignis in einem Raum abklingt. Zu lange Nachhallzeiten verschlechtern Sprachverständlichkeit und Komfort. Akustikpaneele reduzieren die Nachhallzeit, wenn Fläche und Position passend geplant sind.
Nachwachsende Rohstoffe
Nachwachsende Rohstoffe werden in vergleichsweise kurzen Zeiträumen biologisch erneuert. Hanf, Holz, Stroh und Flachs sind Beispiele. Nachhaltigkeit hängt zusätzlich von Anbau, Verarbeitung, Transport, Zusätzen und Landnutzung ab.
Naturbaustoff
Naturbaustoff ist kein einheitlich geschützter technischer Begriff. Gemeint sind meist Baustoffe mit überwiegend mineralischen oder nachwachsenden Rohstoffen. Für die Auswahl sind genaue Inhaltsstoffe und Leistungsnachweise wichtiger als das Etikett.
Naturdämmstoff
Naturdämmstoffe basieren überwiegend auf nachwachsenden oder natürlichen Rohstoffen, etwa Hanf, Holzfaser, Zellulose, Flachs, Kork oder Schafwolle. Wärmeleitfähigkeit, Brandverhalten und Feuchteeignung unterscheiden sich je Produkt.
Nutzhanf
Nutzhanf sind für industrielle oder landwirtschaftliche Zwecke angebaute Hanfsorten. Im Bauwesen werden ihre Fasern und Schäben genutzt. Die bautechnischen Eigenschaften entstehen erst durch definierte Verarbeitung und Produktherstellung.
O
Oberflächentemperatur
Die innere Oberflächentemperatur beeinflusst Behaglichkeit und Schimmelrisiko. Sie hängt von Außentemperatur, Raumtemperatur, U-Wert, Wärmebrücken und Luftbewegung ab. Innendämmung kann die Temperatur der Raumoberfläche erhöhen, muss aber an Anschlüssen sorgfältig geplant werden.
ÖKOBAUDAT
ÖKOBAUDAT ist eine deutsche Datenbank mit Ökobilanzdatensätzen für Bauprodukte und Gebäude. Sie wird für Gebäudeökobilanzen und Nachhaltigkeitsbewertungen genutzt. Generische Datensätze sind nicht immer identisch mit produktspezifischen EPD-Daten.
Ökobilanz
Eine Ökobilanz untersucht Umweltwirkungen eines Produkts oder Systems über definierte Lebenszyklusphasen. Typische Kategorien sind Treibhauspotenzial, Primärenergie und Ressourcenverbrauch. Ergebnisse sind nur bei vergleichbarer funktionaler Einheit und Systemgrenze sinnvoll vergleichbar.
Ökologisches Bauen
Ökologisches Bauen berücksichtigt Energie, Klima, Ressourcen, Gesundheit, Dauerhaftigkeit und Rückbau. Die Materialwahl ist ein wichtiger Teil, aber auch Flächeneffizienz, Konstruktion, Nutzungsdauer und Gebäudebetrieb zählen.
P
PES-BiCo-Faser
PES-BiCo ist eine zweikomponentige Polyesterfaser, die Naturfasern in Dämmmatten oder Platten stabilisiert. Hemplith® Flex und Therm enthalten laut Merkblatt 15 Prozent dieser Bindefasern. Daher sind diese Produkte nicht vollständig kunststofffrei.
Phasenverschiebung
Die Phasenverschiebung beschreibt die zeitliche Verzögerung einer Temperaturwelle durch ein Bauteil. Sie wird häufig im Zusammenhang mit sommerlichem Wärmeschutz genannt. Ohne vollständigen Aufbau und Randbedingungen ist ein einzelner Stundenwert nur begrenzt aussagekräftig.
Putzgrund
Ein Putzgrund ist die Oberfläche, auf die Putz aufgebracht wird. Er muss ausreichend tragfähig, sauber, passend saugend und frei von trennenden Schichten sein. Hanfplatten können gute Putzträger sein, benötigen aber ein abgestimmtes Putzsystem.
Putzträgerplatte
Eine Putzträgerplatte schafft einen geeigneten Untergrund für Putz. Hemplith® Mineralboard, Aquaboard und Drywall können je nach Anwendung Putzträgerfunktionen übernehmen. Fugen, Armierung, Befestigung und Putzart sind systemabhängig.
R
Raumakustik
Raumakustik beschreibt die Schallverhältnisse innerhalb eines Raums. Wichtige Größen sind Nachhallzeit, Sprachverständlichkeit und Schallverteilung. Hanf-Akustikpaneele können Schall absorbieren und zugleich als sichtbare Oberfläche dienen.
Raumklima
Raumklima umfasst Temperatur, Luftfeuchte, Luftbewegung, Oberflächentemperaturen und Luftqualität. Sorptionsfähige Naturbaustoffe können Feuchtespitzen puffern, ersetzen aber weder Heizung noch Lüftung.
Recyclingfähig
Recyclingfähig bedeutet, dass ein Produkt technisch in einen Verwertungsprozess zurückgeführt werden kann. Ob das praktisch geschieht, hängt von Trennbarkeit, Verschmutzung, Infrastruktur und Wirtschaftlichkeit ab. Die Aussage sollte einen konkreten Verwertungsweg benennen.
Rohdichte
Die Rohdichte ist die Masse eines Baustoffs bezogen auf sein Volumen, meist in kg/m³. Sie beeinflusst Gewicht, Wärmespeicherung, Akustik und teilweise Festigkeit. Produkte aus Hanf reichen von leichten Fasermatten bis zu deutlich dichteren Bauplatten.
Rückbau
Rückbau ist die Demontage eines Gebäudes oder Bauteils am Nutzungsende. Verschraubte und sortenrein trennbare Konstruktionen sind meist kreislauffähiger als vollflächig verklebte Verbunde. Eine Rückbauplanung kann bereits in der Ausschreibung beginnen.
S
Schädlingsresistenz
Schädlingsresistenz beschreibt die Widerstandsfähigkeit gegen Insekten oder Nagetiere. Mineralische Behandlung kann Materialien weniger attraktiv machen. Sie ersetzt keine konstruktive Schädlingssicherung und sollte nur produktspezifisch behauptet werden.
Schallabsorption
Schallabsorption beschreibt den Anteil der Schallenergie, der an einer Oberfläche nicht reflektiert wird. Der bewertete Schallabsorptionsgrad αw fasst frequenzabhängige Messwerte zusammen. Montageabstand und Hinterlegung beeinflussen ihn deutlich.
Schallabsorptionsgrad αw
αw ist ein Einzahlwert zur Bewertung der Schallabsorption. Ein höherer Wert bedeutet grundsätzlich stärkere Absorption, aber die Frequenzverteilung bleibt für die Raumplanung wichtig. Silentlith® acoustic pro erreicht je nach Prüfaufbau unterschiedliche αw-Werte.
Schallbrücke
Eine Schallbrücke ist eine starre Verbindung, über die Körperschall eine geplante Entkopplung umgeht. Typische Beispiele sind falsch gesetzte Schrauben, durchlaufende Profile oder nicht entkoppelte Anschlüsse.
Schalldämmung
Schalldämmung begrenzt die Übertragung von Schall zwischen Räumen oder von außen nach innen. Bewertet wird immer der Bauteil- oder Gebäudeschutz, nicht nur die Absorption eines einzelnen Materials. Flanken, Fugen und Installationen können das Ergebnis stark verschlechtern.
Schimmelpilz
Schimmelpilze wachsen bei ausreichender Feuchte und geeigneten Nährstoffen. Entscheidend sind Oberflächenfeuchte, Temperatur, Zeit und Verschmutzung. Schimmelresistente Baustoffe verhindern keinen Befall, wenn die bauphysikalischen Bedingungen dauerhaft ungünstig sind.
Schimmelsanierung
Eine Schimmelsanierung umfasst Ursachenklärung, Schutzmaßnahmen, fachgerechte Entfernung und Wiederherstellung. Feuchtequellen und Wärmebrücken müssen beseitigt werden. Eine Sanierungsplatte allein löst die Ursache nicht.
sd-Wert
Der sd-Wert ist die wasserdampfdiffusionsäquivalente Luftschichtdicke eines Bauteils. Er ergibt sich näherungsweise aus Materialdicke mal μ-Wert. Ein kleiner sd-Wert steht für geringen, ein großer für hohen Diffusionswiderstand.
Silentlith® acoustic pro
Silentlith® acoustic pro ist ein sichtbares Akustikpaneel aus Hanfschäben und mineralischem, zementfrei beschriebenem Bindemittel. Es ist für Wand und Decke im Innenraum vorgesehen. Akustische Leistung und Brandklasse sind dem aktuellen Produktnachweis zu entnehmen.
Sommerlicher Wärmeschutz
Sommerlicher Wärmeschutz begrenzt die Überhitzung von Innenräumen. Neben Dämmung und Speichermasse sind Fenster, außenliegende Verschattung, Nachtlüftung, interne Lasten und Gebäudestandort entscheidend.
Sorption
Sorption ist die Aufnahme und Abgabe von Wasserdampf an inneren und äußeren Materialoberflächen. Sorptionsfähige Baustoffe können Schwankungen der Raumluftfeuchte dämpfen. Das darf nicht mit beliebiger Wasseraufnahme verwechselt werden.
Spritzwasserbereich
Der Spritzwasserbereich ist eine Zone mit erhöhter Wasserbeanspruchung, etwa am Gebäudesockel oder in Duschen. Dort gelten strengere Anforderungen an Abdichtung, Oberflächen und Anschlüsse. Diffusionsoffenheit allein bietet keinen ausreichenden Schutz.
Stützfaser
Stützfasern geben lockeren Naturfasern Formstabilität. Bei Hanfdämmmatten werden häufig thermisch bindende Fasern eingesetzt. Art und Anteil beeinflussen Verarbeitung und Recycling.
T
Tauwasser
Tauwasser entsteht, wenn Wasserdampf an oder in einem Bauteil kondensiert. Ursache können niedrige Temperaturen, hohe Raumluftfeuchte, Luftundichtheiten oder ungeeignete Schichtenfolgen sein. Kritische Aufbauten benötigen einen Feuchtenachweis.
Thermische Hülle
Die thermische Hülle trennt beheizte von unbeheizten Bereichen oder Außenklima. Dämmung, Luftdichtheit und Wärmebrücken müssen darin möglichst lückenlos ausgeführt werden. Fugen und Anschlüsse sind besonders fehleranfällig.
Trittschall
Trittschall entsteht durch Schritte oder andere mechanische Anregungen einer Decke. Wirksamer Schutz benötigt elastische Entkopplung, passende Masse und eine schallbrückenfreie Ausführung. Eine lose Schüttung allein garantiert keinen bestimmten Trittschallwert.
Trockenbau
Trockenbau erstellt nichttragende Wände, Decken und Bekleidungen überwiegend aus Unterkonstruktion, Dämmung und Platten. Hanfbauplatten und Hanfdämmmatten ermöglichen diffusionsoffene, biobasierte Varianten. Brand-, Schall- und Lastanforderungen gelten für den vollständigen Aufbau.
Trockenestrich
Trockenestrich besteht aus werkseitigen Plattenelementen, die ohne nassen Estrich eingebaut werden. Er kann auf geeigneten Ausgleichsschüttungen liegen. Randanschlüsse, Ebenheit, Druckbelastbarkeit und Lastverteilung sind zu beachten.
Trocknungsreserve
Trocknungsreserve ist die Fähigkeit eines Bauteils, unvorhergesehene Feuchte wieder abzugeben. Diffusionsoffene oder feuchtevariable Schichten können sie unterstützen. Eine ausreichende Reserve muss dennoch rechnerisch und konstruktiv plausibel sein.
U
U-Wert
Der U-Wert beschreibt den Wärmedurchgang durch ein vollständiges Bauteil in W/(m²·K). Je kleiner der Wert, desto besser der Wärmeschutz. Für die Berechnung werden alle Schichten, Dicken und Wärmeübergänge benötigt.
Unterkonstruktion
Die Unterkonstruktion trägt Platten, Bekleidungen oder Fassaden. Sie kann aus Holz oder Metall bestehen. Achsabstände, Querschnitte, Befestigung und Korrosionsschutz müssen zu Plattengewicht, Nutzung und Lasten passen.
V
Verbundabdichtung
Eine Verbundabdichtung liegt direkt unter Fliesen oder anderen Belägen und schützt den Untergrund vor Wasser. Sie besteht aus abgestimmter Abdichtung, Dichtbändern, Manschetten und Anschlüssen. Feuchtraumplatten ersetzen sie in wasserbeanspruchten Bereichen nicht.
VOC
VOC sind flüchtige organische Verbindungen, die aus Materialien in die Raumluft gelangen können. Produktemissionen werden in Prüfkammern unter definierten Bedingungen gemessen. Niedrige Emissionen eines Baustoffs ersetzen keine Gesamtbewertung des Innenraums.
Vorsatzschale
Eine Vorsatzschale ist eine zusätzliche innere Wandschale vor einer bestehenden Wand. Sie kann Installationen, Dämmung oder eine neue Oberfläche aufnehmen. Bei Außenwänden ist der Feuchteverlauf hinter der Schale zu prüfen.
W
Wärmebrücke
Eine Wärmebrücke ist ein Bereich mit erhöhtem Wärmestrom, etwa an Ecken, Deckenrändern, Fenstern oder Befestigungen. Dort sinkt häufig die innere Oberflächentemperatur. Gute Detailplanung reduziert Energieverluste und Schimmelrisiken.
Wärmebrückenfreies Bauen
Vollständig wärmebrückenfreies Bauen ist praktisch kaum möglich. Ziel ist ein wärmebrückenminimierter Aufbau mit durchgehender Dämmebene und gut geplanten Anschlüssen. Wärmebrücken können rechnerisch bewertet werden.
Wärmedämmung
Wärmedämmung reduziert den Wärmefluss durch Bauteile. Hanffaser, Hanfkalk und Hanfschüttungen erreichen dies mit unterschiedlichen Wärmeleitfähigkeiten und Einbaudichten. Die erforderliche Dicke ergibt sich aus dem vollständigen Aufbau und dem energetischen Ziel.
Wärmekapazität
Die spezifische Wärmekapazität beschreibt, wie viel Wärme ein Kilogramm Material je Kelvin Temperaturänderung aufnehmen kann. Zusammen mit Rohdichte und Dicke beeinflusst sie die Wärmespeicherung eines Bauteils.
Wärmeleitfähigkeit
Die Wärmeleitfähigkeit λ gibt an, wie gut ein Material Wärme leitet. Niedrigere Werte bedeuten bei gleicher Dicke eine bessere Dämmwirkung. Feuchte, Temperatur und Rohdichte können die Wärmeleitung beeinflussen.
Wärmespeicherfähigkeit
Wärmespeicherfähigkeit beschreibt, wie viel Wärme ein Bauteil aufnehmen und zeitverzögert abgeben kann. Sie hängt nicht nur von der spezifischen Wärmekapazität, sondern auch von Masse, Schichtdicke und Wärmeübergang ab.
WDVS - Wärmedämmverbundsystem
Ein WDVS ist ein abgestimmtes Fassadensystem aus Dämmstoff, Kleber, Befestigung, Armierung und Oberputz. Einzelkomponenten dürfen nicht beliebig kombiniert werden. Hanfdämmplatten können nur innerhalb eines dafür nachgewiesenen Systems eingesetzt werden.
Winddichtung
Die Winddichtung schützt die Außenseite einer Dämmung vor Durchströmung und Witterungseintrag. Sie muss winddicht, anschlusssicher und für den Aufbau ausreichend wasserableitend sein. Sie ist von der raumseitigen Luftdichtheit zu unterscheiden.
Wohngesundes Bauen
Wohngesundes Bauen zielt auf schadstoffarme, komfortable und hygienische Innenräume. Dazu gehören emissionsarme Produkte, Feuchteschutz, Lüftung, thermische Behaglichkeit und gute Akustik. Der Begriff ist ohne definierte Kriterien kein technischer Nachweis.
WUFI
WUFI ist eine Softwarefamilie zur dynamischen Simulation des Wärme- und Feuchtetransports in Bauteilen. Sie wird bei komplexen oder feuchtekritischen Konstruktionen eingesetzt. Aussagekraft und Ergebnis hängen wesentlich von Materialdaten, Klimadaten und Randbedingungen ab.
Z
Zellulose
Zellulose ist ein Dämmstoff aus aufbereitetem Papier oder Pflanzenfasern. Sie wird häufig eingeblasen oder als Matte angeboten. Im Vergleich zu Hanf unterscheiden sich Rohstoffform, Einbauverfahren, Zusätze und Produktnachweise.
Zirkuläres Bauen
Zirkuläres Bauen plant Gebäude so, dass Bauteile lange genutzt, repariert, demontiert und wiederverwendet werden können. Materialpässe, lösbare Verbindungen und sortenreine Schichten unterstützen dieses Ziel.
Zugfestigkeit
Zugfestigkeit beschreibt den Widerstand eines Materials gegen Zugbeanspruchung. Bei Dämmplatten können Zugfestigkeit senkrecht oder parallel zur Plattenebene unterschiedliche Eigenschaften bezeichnen. Prüfverfahren und Richtung müssen deshalb immer genannt werden.
Zwischensparrendämmung
Bei der Zwischensparrendämmung liegt der Dämmstoff zwischen den Dachsparren. Flexible Hanfdämmmatten eignen sich durch ihre Klemmwirkung besonders gut. Ergänzend sind Luftdichtheit, Unterdeckung, Feuchteschutz und Wärmebrücken an den Sparren zu beachten.

